Praxis für Ergotherapie

Michaela Höppner

 

Bobath Konzept

Das Konzept wird in der Arbeit mit hemiplegischen Patienten angewandt.
Mit einigen Einschränkungen lassen sich einzelne Elemente auch in die Arbeit mit anderen Krankheitsbildern übertragen. Durch Hemmung pathologischer Bewegungsmuster und Bahnung / Erleichterung physiologischer Bewegung soll dem hemiplegischen Patienten in möglichst vielen Ausgangspositionen ein Bewegen im Bereich des normalen Muskeltonus mit dem vorhandenen Aktivitäten ermöglicht werden.
Dabei arbeitet der Therapeut innerhalb eines interdisziplinären 24 - Std. - Konzeptes an der Normalisierung des Muskeltonus und der Hinführung in funktionelle Bewegung unter Wiederherstellung von Stell -, Gleichgewichts- und Stützreaktionen.

 

Perfetti Konzept

Professor Perfetti entwickelte in den 70er Jahren auf der Suche nach einer effektiveren Therapie für die Hand des Hemiplegikers einen neuen Therapieansatz. Der Mensch wird als ein System betrachtet, d. h. der Patient ist ein System mit veränderter Struktur, z. B. mit abnormer Organisation des ZNS (Zentrales Nervensystem). Prof. Perfetti schließt sich nicht der mechanistischen Anschauung an, welche besagt, dass bei Störungen ausschließlich der gestörte Teil "repariert" werden muss.
Das Ziel der Therapie ist die kortikale Bewegungsorganisation, d. h. eine übertragbare, situationstunabhängige Fähigkeit, die Bewegung letztendlich in komplexer Vielfalt und Variabilität planen und ausführen zu können.
Die therapeutischen Übungen werden vorwiegend über taktile oder kinästhetische Reize, Druck, Reibwiderstand unter Ausschluss der Augenkontrolle durchgeführt und gliedern sich in 3 Phasen ("Grade").
Die Übungen im 1. Grad beinhalten nur passive Bewegungen mit "Spür-„ Aufgaben, später im 2. Grad aktive Mitbeteiligung bei feindosierten Bewegungen, im 3. Grad selbständige Bewegungen in längeren kinematischen Ketten.
Je nach Grad werden fixe oder mobile Therapiemittel eingesetzt.